Schulprogramm

Das Schulprogramm des KAV-Gymnasiums als PDF-Datei (12.06.2025).

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Leitlinien

I. Wir verstehen uns als Schulfamilie. Unbedingte gegenseitige Achtung und Wertschätzung der Person machen uns aus.

Wir, die Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Eltern und Erziehungsberechtigte, verstehen uns als Mitglieder einer Schulfamilie, die einander respektieren und unterstützen. Im Mittelpunkt dieser Schulfamilie stehen die Schülerinnen und Schüler, ihre Vorbereitung auf das Abitur und die Entwicklung ihrer Persönlichkeit hin zu selbstbewussten, kritischen, leistungsbereiten und -fähigen sowie sozial kompetenten jungen Menschen. Jede einzelne Schülerin und jeder einzelne Schüler wird mit ihren/seinen ganz persönlichen Eigenschaften, Stärken und auch Schwächen von allen Mitgliedern der Schulfamilie akzeptiert und als Persönlichkeit respektiert. Der gegenseitige Respekt resultiert im Selbstverständnis jedes Mitglieds der Schulfamilie, sich an die für das Zusammenleben in der Gemeinschaft unerlässlichen Regeln zu halten und zum Gelingen dieser Gemeinschaft beizutragen. Die Schulfamilie versteht schulisches Miteinander als ein Miteinander auf Augenhöhe. Lehrerinnen und Lehrer begleiten die Schülerinnen und Schüler verantwortlich in deren Lern- und Entwicklungsprozess. Auf diese Weise wird die Umsetzung des elterlichen Erziehungsauftrags ergänzt. Gleichermaßen unterstützen die Erziehungsberechtigten aktiv schulische pädagogische Ziele, v.a. im sozialen Bereich, und wirken bei schulischen Gestaltungsprozessen mit. Dies ist unerlässlich für die Erfüllung des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags.


II. Die am Schulleben Beteiligten übernehmen Verantwortung füreinander und für sich selbst.

Schülerinnen und Schüler stehen im Fokus unserer Arbeit. Von Beginn an stellt die Übernahme von Verantwortung für den eigenen Lernprozess und für das eigene Verhalten sowohl im un- terrichtlichen als auch im außerunterrichtlichen Geschehen einen unverzichtbaren Bestandteil der pädagogischen Arbeit dar. Wir etablieren von Anfang an auch die Übernahme von Verantwortung füreinander, beispielsweise in der Zusammenarbeit von jüngeren und älteren Mitschülerinnen und Mitschülern an vielen Stellen im Schulleben: Während der Integrationsphase der neuen Schülerinnen und Schüler stehen ältere Schülerinnen und Schüler zunächst am Kennenlerntag als Paten, schließlich als Tutorinnen und Tutoren bereit und übernehmen Verantwortung für die Jüngeren. Darüber hinaus stehen ältere Schülerinnen und Schüler in schulischen Unterstützungsangeboten ihren jüngeren Mitschülerinnen und Mitschülern helfend zur Seite. Im Rahmen der jährlichen Projektwoche erhalten alle am Schulleben Beteiligten die Gelegenheit, sich mit ihren eigenen Interessen und Begabungen zum Wohl der Schulgemeinschaft zu engagieren. In besonderem Maße eröffnen die zahlreichen jahrgangsübergreifenden Arbeitsgemeinschaften den Schülerinnen und Schülern die Chance, Verantwortung für sich selbst, aber auch für das Ensemble, für die Gruppe und für das Gelingen der gemeinsamen Arbeit zu übernehmen. Dies geschieht gleichermaßen in einer konstruktiven Zusammenarbeit in schulischen Gremien wie Fachkonferenzen, Gesamtkonferenzen oder Arbeitsgruppen, die allen am Schulleben Beteiligten offenstehen, sowie in einer von Respekt und Achtung des Gegenübers gekennzeichneten Gesprächskultur.


III. Wir begreifen unsere Schulfamilie als einen Friedensbezirk, in dem alle Mitglieder durch bestimmte Normen und Tabus geschützt werden.

Dieser Friedensbezirk ist ein Raum, der physische und psychische Sicherheit gibt und in dem Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vertrauensvoll miteinander umgehen und gut arbeiten können. Dieser Raum eröffnet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, in ihrem Prozess des Erwachsenwerdens eigene Freiheiten und Grenzen im menschlichen Miteinander zu erfahren. Dies gilt auch für den digitalen Raum. Zu den Normen, die den Friedensbezirk konstituieren, gehören der ehrliche, respektvolle und freundliche Umgang miteinander sowie Toleranz gegenüber Mitmenschen und ihren Eigenheiten. Keine Toleranz zu erwarten hat jede Person, die sich durch die Androhung oder Anwendung physischer oder psychischer Gewalt in jeglicher Form gegen die Schulfamilie stellt. Gleiches gilt für die Verbreitung und den Konsum von Suchtmitteln.


IV. Wir begreifen den konstruktiven Umgang mit Meinungsverschiedenheiten und Konflikten als Chance und Bestandteil des Bildungsprozesses.

Es ist uns wichtig, dass Schülerinnen und Schüler an unserer Schule lernen, konstruktiv mit Konflikten umzugehen. Daher sollen diese möglichst dort gelöst werden, wo sie entstanden sind. Der erste Schritt soll dabei immer ein Gespräch zwischen den Konfliktparteien sein. So können Konflikte unter Schülerinnen und Schülern soweit wie möglich von den Beteiligten selbstverantwortlich und nötigenfalls durch Mithilfe von Mitschülerinnen und Mitschülern gelöst werden. Dies sehen wir als wichtigen Bestandteil des Bildungsprozesses und des Prozesses der Übernahme von Verantwortung für sich selbst an. Die Lehrkräfte und insbesondere die Klassenleitungen können hier als Ansprechpartner helfen sowie den Prozess der Konfliktlösung begleiten und unterstützen. Kommunikative Fähigkeiten und Konfliktlösungsstrategien intensivieren wir mit unseren Schülerinnen und Schülern - bisweilen unterstützt von Externen - im Rahmen von Projektarbeitstagen zur Medien- und Sozialkompetenz. Gegebenenfalls auftretende Konflikte zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern sollen ebenfalls möglichst von den Beteiligten selbst gelöst werden. Die Lehrkräfte sorgen für eine Atmosphäre, in der Kritik sachgemäß, offen und angstfrei geäußert werden kann. Schülerinnen und Schüler sowie Eltern tragen ihrerseits gleichermaßen wie die Lehrkräfte zu einer sachlichen und faktenorientierten Gesprächsatmosphäre bei. Unabhängig davon helfen in besonderen Problemlagen die SV-Beratungslehrkraft, die Schulseelsorge und die Beratungslehrkräfte.


V. In dem Bewusstsein, dass der Wert eines Menschen nicht durch Schulnoten bestimmt wird, erachten wir Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit als Grundlage für einen auf den persönlichen Lebensweg zugeschnittenen, qualifizierten schulischen Abschluss.

Jedes Mitglied der Schulfamilie erkennt an, dass die eigene kontinuierliche Bereitschaft, Leistung zu erbringen und Anstrengungen auf sich zu nehmen, eine unabdingbare Voraussetzung für erfolgreiches Arbeiten an unserer Schule ist. Nur mit dieser Bereitschaft kann der eigene Lern- und Entwicklungsprozess gewinnbringend gestaltet werden. Dieser wird durch Schullaufbahnberatung individuell begleitet. Die aus unserem Verständnis resultierenden Anforderungen dürfen nicht zu einer Atmosphäre hemmenden Leistungsdrucks führen. Deswegen stimmen wir darin überein, dass der Wert einer Person unabhängig von ihren schulischen Leistungen zu sehen ist. In diesem Sinne verstehen wir Schulnoten als Bewertung der schulfachlichen Leistungen von Menschen und keinesfalls der Menschen selbst.


VI. Wir respektieren, würdigen und schätzen die Individualität unserer Schülerinnen und Schüler.

Jedes Mitglied der Schulfamilie ist auf ihre bzw. seine ganz spezifische Weise in ihrer und seiner Persönlichkeit einzigartig und wird mit dieser respektiert und geschützt. Wir schätzen die Vielfalt unserer Schulfamilie, die allen die Erweiterung des eigenen Horizontes ermöglicht. Auch unterschiedliche Begabungen und Schwächen werden demnach auch als Chance begriffen. Mit Hilfe einer gezielten Binnendifferenzierung im Unterricht reagieren die Lehrkräfte des KAV-G auf individuelle Bedürfnisse aller uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler und bieten je nach Bedarf und Möglichkeit geeignete Förder- oder Fordermaßnahmen an. In unseren außerunterrichtlichen Aktivitäten bieten sich für die Schülerinnen und Schüler Möglichkeiten, persönliche Begabungen und Interessen neu zu entdecken.


VII. Wir fördern durch eine fundierte und breit gefächerte Bildung den individuellen Prozess der Ausformung einer ganzheitlichen und mündigen Persönlichkeit.

Ein Hauptanliegen des KAV-G ist es, junge Menschen dahingehend zu bilden, dass sie ihr Leben immer stärker selbst bestimmen und meistern können. Damit ein junger Mensch eine gefestigte und mündige Persönlichkeit entwickeln kann, muss er zunächst darin unterstützt werden, eigene Talente und Fähigkeiten zu entdecken, zu nutzen und schätzen zu lernen. Ausschließlich ökonomische Verwertbarkeit ist nicht das Ziel unseres Bildungsverständnisses. Unseren Schülerinnen und Schülern soll im Laufe ihrer Schulzeit bewusst werden, dass sie sich weder allein für ihre Familie noch allein für gute Noten oder gar nur für einen bestmöglichen Karrierestart bilden. Ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung und selbstreflexive Fähigkeiten sind Ziel all unseres Unterrichts am KAV-G. Dieser Entwicklung tragen wir in besonderem Maße Rechnung, indem wir den Schülerinnen und Schülern des 8. Schuljahrgangs die Teilnahme an Tagen religiöser bzw. ethischer Orientierung ermöglichen, im 10. Schuljahrgang Projektarbeitstage anlässlich des Holocaustgedenktags anbieten und die Anwahl eines Schwerpunktes erst im Sekundarbereich II vornehmen lassen, damit unsere Schülerinnen und Schüler durch die bis dahin erfolgte allgemeine Bildung dazu befähigt sind, begründet eine mündige Entscheidung zur eigenen Spezialisierung, die ihren Interessen und Neigungen entspricht, zu treffen. Musikinteressierten Schülerinnen und Schülern ermöglichen wir zusätzlich bereits in den Schuljahrgängen 6 bis 10 im Musikzweig eine Schwerpunktsetzung, die insbesondere im künstlerisch-kreativen Bereich eine Persönlichkeitsentwicklung befördert.


VIII. Wir schaffen die Voraussetzungen für einen qualitätsvollen Unterricht, der gemeinsames Anliegen von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern ist.

Unterricht als ein Zusammenspiel von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern sowie Eltern bedarf der aktiven Gestaltung durch alle Beteiligten. Dabei ist allerseits eine stetige Reflexion unabdingbar. Deshalb beruht die Qualität des Unterrichts am KAV-G auf dem Verständnis einer lerngruppenadäquaten Zusammenarbeit. Wichtig sind uns dabei eine didaktisch wirkungsvolle sowie schülerorientierte Methodik, beidseitige Motivation und Begeisterungsfähigkeit. Selbstverständlich richten wir uns dabei nach den jeweiligen Kerncurricula, deren konkrete Ausformung sich in den schuleigenen Arbeitsplänen wiederfindet. Diese wiederum unterliegen einem stetigen Anpassungsprozess auf Grundlage der aktuellen Unterrichtserfahrungen und den Anforderungen der Zeit. Als Ausbildungsschule stehen wir in ständigem Kontakt mit dem Studienseminar Celle und profitieren von den Impulsen neuer methodischer und didaktischer Entwicklungen. Darüber hinaus sind außerschulische Lernorte und Lernangebote integraler Bestandteil des Lernens und Lehrens. Diese sind über Fächergrenzen hinaus von Bedeutung und werden auch bei Exkursionen oder Projektarbeiten sichtbar.


IX. Wir leben das Verständnis, dass Schule weit mehr ist als der in ihr abgehaltene Fachunterricht.

Wir sind der Überzeugung, dass eine tiefgründige sowie selbst mitgestaltete, langfristige Auseinandersetzung mit bestimmten Themen wesentlich zur Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler beiträgt. Sie eröffnet die Chance einer umfassenden Selbsterfahrung im vertieften fachlichen und gesellschaftlichen Kontext. Durch das breite Feld von inhaltlichen Angeboten über den Fachunterricht hinaus können eigene Interessen und Begabungen entdeckt, ausprobiert und vertieft werden. Die große Einsatzbereitschaft unserer Schülerinnen und Schüler ermöglicht ihnen dabei nachhaltige Selbstwirksamkeitserfahrungen und Erfolgserlebnisse. Die Mitwirkung sowie die verantwortliche Partizipation bei der Planung und Gestaltung von Veranstaltungen in musisch-künstlerischen, historischen, politischen, naturwissenschaftlich-technischen und sportlichen Bereichen fördert neben einer solchen inhaltlichen Vertiefung wesentliche kommunikative, organisatorische, vor allem aber in der Zusammenarbeit in der Gruppe soziale Kompetenzen. Das Angebot von Auslandsaufenthalten und Austauschfahrten öffnet den Blick für andere Gesellschaftsformen, fördert Toleranz und kulturelle Offenheit und schafft ein Verständnis für das Gemeinsame nicht nur in Europa. Im gleichen Maße wird die Selbstwahrnehmung geschärft.


X. Wir sind ein Gymnasium, das gleichermaßen bewährten Traditionen wie der Zukunftsorientierung verpflichtet ist.

Wir sehen es als Kennzeichen unserer Schule, uns mutig Neuem zu öffnen, Weiterentwicklungen zu gestalten und Entscheidungsspielräume als eigenverantwortliche Schule zu nutzen, sofern Neuerungen Verbesserungen für unsere Schülerinnen und Schüler zu leisten versprechen. Gleichzeitig ermöglicht uns die Verwurzelung in unserer gymnasialen Tradition Standfestigkeit und Gelassenheit. Als der Tradition verpflichtet gilt zuallererst die Ausgestaltung unseres Bildungsanspruchs und die Ausbildung mündiger Persönlichkeiten, die sich als aktiven Teil der Gesellschaft begreifen. Der Prozess der Persönlichkeitsbildung wird gefördert durch die Beteiligung und verantwortliche Gestaltung von wiederkehrenden und das Schuljahr strukturierenden Veranstaltungen – etwa im musisch-künstlerischen Bereich, bei interdisziplinären Ausstellungen, im Rahmen von Projektarbeit oder der Schülervollversammlung. Beispielhaft für eine unserer Schule eigene lebendige Tradition ist der seit 1996 bestehende Musikzweig. Auf Basis dieses Bildungs- und Traditionsbewusstseins nehmen wir Herausforderungen im Blick auf die Zukunft unserer Schülerinnen und Schüler durchdacht an. Eine solche Zukunftsorientierung zeigt sich auf unterschiedlichen Ebenen: Grundlegend ist unser Selbstverständnis als Umweltschule, die vielfältige Maßnahmen zur Nachhaltigkeit und zum Umweltschutz ergreift. Wir bereiten unsere Schülerinnen und Schüler durch die Integration technischer und digitaler Entwicklungen in unsere unterrichtliche Gestaltung auf die fortschreitende Digitalisierung der Lebenswelt vor. Der verpflichtende Informatikunterricht ab Schuljahrgang 7 implementiert unseren Allgemeinbildungsanspruch und begleitet die Entwicklung von Medienkompetenz und Medienmündigkeit. Dabei nehmen wir die Chancen und Risiken der Digitalisierung mit ihrem Einfluss auf die Gesellschaft in den Blick. In diesem Sinn vermitteln wir Kompetenzen, die Voraussetzung für den respektvollen Umgang in sozialen Beziehungen sowohl im analogen wie im digitalen Raum sind. Eine kritische Rezeption von Informationen sehen wir als wesentliche Kompetenz, um handlungsfähig zu sein im freiheitlich demokratischen Gemeinwesen.